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Start SVU-Attacke Archiv Heft Nr. 12 - März 2003 Vor 20 Jahren - 1983

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Heft Nr. 12 - März 2003

Vor 20 Jahren

Das Mosel-Hochwasser hatte gerade seinen Scheitelpunkt erreicht, als in der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 1983 der Damm eines Baggersees brach und sich rund 50.000 Kubikmeter Wasser über drei Kilometer Längedurch das Hohesteinbachtal nach Kobern ergossen.

Die Flut riss alles mit, was sich ihr in den Weg stellte. Das heranstürmende Wasser schob eine fast zwei Meter hohe Geröllmasse vor sich her. In der Lennigstraße erfasste die Welle auch 15 Autos, schob sie übereinander und knallte sie gegen die Hausmauern.

Zusammen mit Schlamm und Bäumen türmten sich die PKW quer auf der Fahrbahn auf. Dadurch entstand eine Sperrmauer, der nachdrückende Unrat wurde auf seinem Weg abgeblockt und quoll in Flure, Keller und Wohnräume.

Die Schlammlawine zerstörte zahlreiche Häuser und verursachte einen Schaden in Millionenhöhe. Gott sei Dank gab es keine Verletzte. Unvorstellbar, wäre die Flut am hellichten Tag über Kobern hereingestürmt.

Aufräumarbeiten Lennig

Aufräumarbeiten in der Lennigstraße nach der Katastrophe.

Sportplatz Schlamm

Auch unser Sportplatz wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Eine dicke Schlammschicht überzog den gesamten Sportplatz, sodaß im Sommer 1983 eine neue Decke hergerichtet werden musste.

Die Fußballer des SVU mussten in dieser Zeit auf die Sportgeländen der Nachbargemeinden ausweichen.

Nur eine Woche nach dem Dammbruch musste der SVU sich wieder voll auf den Fußball konzentrieren, denn das Spiel des Jahres stand an. In einem denkwürdigen Spiel schlug der SVU den BSC Güls im Entscheidungsspiel um Platz 2 in der Fußball-Landesliga Süd mit 7:2 und erreichte somit die Relegationsspiele um den Aufstieg in die Verbandsliga gegen den VfL Bad Ems. Der folgende Spielbericht stammt aus der Rhein-Zeitung vom 6. Juni 1983.

Nach 5 Toren war die Wut verraucht

Der SV Untermosel sorgte beim 7:2 gegen Güls für klare Verhältnisse

VON DIETER MÖLLER UND MATTHIAS ERZ

WINNINGEN. Der Zündstoff, der in der Begegnung steckte, kam nicht zur Explosion: Beim Entscheidungsspiel um den zweiten Platz der Fußball-Landesliga Süd, das durch einen Verbandsgerichtsentscheid notwendig geworden war, sorgten Absperrgitter, Flaschenbierverbot und ein ungewohnt großes Aufgebot an Ordnern dafür, daß sich die Fans des rivalisierenden SV Untermosel und des BSC Güls nicht in die Haare gerieten und die in Bereitschaft stehende Polizei nicht eingreifen mußte.

Größten Anteil an dem ruhigen und fairen Spielverlauf der Begegnung hatte jedoch die Mannschaft des SVU, die zur Halbzeit bereits mit 5:0 in Führung lag und mit dieser Antwort auf das als ungerecht empfundene Verbandsurteil jeglichen Spannungsemotionen die Luft genommen hatte.

Mit 1350 Zuschauern blieb der Andrang an den drei Kasseneingängen zwar hinter den Erwartungen zurück, doch gab es strahlende Gesichter bei den Kassierern beider Vereine, die über den erfreulichen Nebenverdienst aus dem vor der Saison nicht eingeplanten Zusatzspiel hocherfreut waren.

Erfreut waren auch die Anhänger des SV Untermosel nach vier Minuten. Ein weiter Einwurf von Rudolf Naunheim, Marke Uwe Reinders, verlängerte Manfred Haag mit dem Kopf über den Gülser Torwart Ralf Hübner hinweg zum 1:0. Dieses vermeidbare Gegentor ließ die Gülser etwas unsicher wirken, mehrere Fehlpässe waren die Folge. Dies nutzte vor allem Gerd Kalter aus, der immer wieder aus der Abwehr nach vorne stieß und gefährliche Flanken in den Gülser Strafraum schlug.

SVU-Defensive
Ein seltenes Bild in der ersten Halbzeit. Der SVU ausnahmsweise mal in der Defensive beschäftigt. Von links in den weißen Trikots: Rudi Naunheim, Werner Merkenich (Nr. 4), Hermann Maur (Nr. 5), Matthias Reif (Nr. 8) und Otmar Maur

Nach einer Viertelstunde erhöhte Mathias Reif auf 2:0, nachdem er einen weiten Paß von hinten angenommen und überlegt über den gegnerischen Torwart hinweg geschossen hatte. Wenig später verlangten die Gülser einen Elfmeter, als Edgar Groß am Torschuß gehindert wurde, doch der hervorragende Schiedsrichter Joachim Clemens (Boppard) gab nur Eckball.

Dafür zeigte er fünf Minuten später dem Gülser Branko Golobic die gelbe Karte wegen Foulspiels. Die Anhänger des SV Untermosel trieben ihre Mannschaft mit der Aufforderung "SVU-Attacke" immer wieder nach vorn. Die SVU-Spieler schienen sich an diese Parole zu halten, denn sie berannten unaufhörlich das Tor der Gülser. Ein Pfostenschuß von Reif, dann das 3:0 durch Peter Haag, der zuvor seinen Gegenspieler ausgetrickst hatte.

Das war schon eine kleine Vorentscheidung, denn mit ihrer Leistung konnten die Gülser kein Paroli bieten und noch viel weniger den Rückstand aufholen.

Es kam noch schlimmer für den BSC. In der 37. Minute köpfte Matthias Reif nach einer Maßflanke von Manfred Haag zum 4:0 ein. Ganz ohne Arbeit in der ersten Halbzeit war SVU-Torhüter Gerd Haag nicht. Er war aber bei den wenig gefährlichen Situationen immer auf der Hut, so auch, als er einen tollen Schuß von Peter Höllen aus der Ecke fischte.

Das schönste Tor des Tages gelang Ottmar Maur mit dem 5:0. Er verwandelte einen 25-Meter-Freistoß direkt, unhaltbar für Torwart Hübner, der sich kurz vor dem Pausenpfiff auszeichnete. Er parierte noch einen Volleyschuß von Peter Haag.

Mit dem 5:0 war das Spiel entschieden. Die Untermoseler zeigten auch den besseren Fußball. Ihrem Kombinationsspiel von hinten heraus mit vielen Doppelpässen hatten die Gülser meist nur weite Schläge nach vorne entgegenzusetzen, die oft für die SVU-Abwehr leicht abzufangen waren. Völlig untergehen wollten die Gülser nicht. In der zweiten Halbzeit nahmen sie zunächst das Heft in die Hand und erzielten auch das 1:5 durch einen Kopfball von Wolfgang Meurisch nach Flanke von Peter Höllen.

Danach mußte Gerd Haag im Tor von Untermosel dreimal sein ganzes Können aufbieten, um nicht den zweiten Treffer zu kassieren. Einen Kopfball von Golobic machte er durch gutes Stellungsspiel zunichte, zwei plazierte Schüsse parierte er großartig.

Bei dem 2:5-Anschlußtreffer in der 73. Minute stand er jedoch zu weit vor dem Tor, als daß er die Bogenlampe von Ochsenreiter noch hätte erreichen können. So rechtfertigte sich zunächst die Einwechslung von Ochsenreiter für Simons.

Auch die Selbsteinwechslung von SVU-Spielertrainer Manfred Taubenmann wirkte sich positiv aus. Seine Vorlage verlängerte Norbert Simonis in der 83. Minute zum 6:2. Kurz zuvor wurde Golobic für zehn Minuten des Feldes verwiesen, weil er sich gegen eine Schiedsrichterentscheidung opponierte. Ottmar Maur setzte in der 89.Minute mit dem 7:2 den Schlußpunkt, Vorlage hatte wieder Taubenmann gegeben.

In der zweiten Halbzeit war die Luft raus gewesen, die Untermoselaner ließen es langsamer angehen und beschränkten sich auf das Notwendigste, vielleicht schon im Hinblick auf das nächste Spiel gegen Bad Ems. Die Gülser zeigten sich als anständiger Verlierer.

SV Untermosel: Gerd Haag, Gerd Kalter, Hans-Peter Naunheim, Werner Merkenich, Hermann Maur, Rudolf Naunheim, Peter Haag, Matthias Reif (76. Manfred Taubenmann), Manfred Haag, Ottmar Maur, Norbert Simonis.

BSG Güls: Ralf Hübner, Helmut Müller, Walter Müller, Guido O'Donnokoe, Peter Höllen, Andreas Handschik, Branko Golobic, Wolfgang Meurisch, (80. Herbert Schäfer), Edgar Groß, Michael Simons (60. Achim Ochsenreiter) und Kurt Hübner.

Sieben Mal

Siebenmal durften sich die SVU-Spieler wie in dieser Szene freuen

Tore: 1:0 Manfred Haag (4.), 2:0 Matthias Reif (16.), 3:0 Peter Haag (30.), 4:0 Matthias Reif (37.), 5:0 Ottmar Maur (39.), 5:1 Wolfgang Meurisch (50.), 5:2 Achim Ochsenreiter (57.), 6:2 Norbert Simonis (83.), 7:2 Ottmar Maur (89.).

Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karte für Golobic, Meurisch, zehn Minuten für Ochsenreiter, Golobic (alle Güls).

Schiedsrichter: Joachim Clemens (Boppard).

Zuschauer: 1350.

SVU - Güls Strahlende Gesichter nach dem Spiel.

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