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Heft Nr. 11 - August 2002

Erfolgreiche Jugendarbeit

Wann hat es so etwas schon einmal gegeben? Die A 1 und die A 2 trafen in einem schönen und fairen Fußballspiel aufeinander. Die A 1 konnte das Endspiel für sich entscheiden. Beide Mannschaften konnten sich aber als Sieger fühlen, hatten sie sich doch für dieses Endspiel qualifiziert. Eric Peiter und Peter Bersch sind die Trainer und Betreuer der A 1, Georg Naunheim betreut und trainiert die A 2.

Spielerkader der A 1: Stephan Spurzem, Daniel Hastenteufel, Christian Müller, Tobias Kröber, Robin Puth, Marco Bast, Christian Dunz, Yves Viseyrias, Martin Mandel, Michael Brzank, Stefan Fondel, Torben Roos, Stephan Smers, Carsten Nilges, Michael Perscheid

Spielerkader der A 2: Niklas Przybylski, Klaus Waldecker, Timo Gaumert, Timm Hartig, Kevin Tost, Matthias Gail, Martin Weber, Andreas Meurer, Alexander Schmidt, Daniel Schmitt, Ali Demiroglu, Marco Reck, Michael Geiermann, Michele Gundert, Sascha Gilberg, Christian Comes, Tobias Mosmann, Andre Lauer, Daniel Löhr

GespannDie beiden Trainer der A 1, Peter Bersch und Eric Peiter konnten bei der Saisonabschlussfeier, die auf dem Sportplatz in Lehmen stattfand, nach ihrem Erfolgsgeheimnis befragt werden.

Red.: Wie fühlt man sich als Erfolgstrainer?

Eric: Bestätigt in seiner Arbeit, es ist ein tolles Gefühl, wenn man einen Pokal in der Hand hat.

Peter: Ich freue mich weniger für mich, mehr für die Mannschaft. Wir hatten in der Winterpause Probleme, die Mannschaft hat sich zusammengerissen. Der zweite Platz, den wir dann noch in der Saison erreicht haben ist sehr schön, aber ein Pokal in der Hand ist besser.

Red.: Worauf führt ihr den Erfolg zurück?

Beide: Wir haben einen guten Draht zur Jugend und beim Training ist viel Spaß dabei.

Red.: Wie macht man das denn, dass die Spieler Spaß beim Training haben?

Eric: Das liegt daran, die Spieler gehen auf uns und wir auf sie ein. Wir gehen aufeinander zu, und das bekommt man auch zurück. Man lässt den Spielern Freiräume, dennoch gibt es Regeln, die eingehalten werden müssen. Wichtig ist auch, dass wir nach dem Training zusammen sitzen und dann noch über Probleme reden.

Red.: Was macht ihr denn anders als andere Trainer?

Eric: Wir sind vielleicht nicht so verbissen. Dazu kommt, dass wir uns untereinander gut verstanden und ergänzt haben.

Peter: Dazu kommt, dass wir das Gefühl haben, von der Mannschaft akzeptiert zu werden.

Red.: Was war wichtig für euch beim Training?

Beide: Ein konsequentes, ernsthaftes Training war uns schon sehr wichtig, aber dennoch war es genauso wichtig, dass die Spieler bildlich gesprochen, mit einem Lächeln vom Platz gehen.

Red.: Wie waren die Ziele vor der Saison gesteckt?

Beide: Im Rheinland-Pokal wollten wir soweit kommen wie es geht und an die Erfolge des vergangenen Jahres anknüpfen, ja den Aufstieg wollten wir und einen Titel holen, und den haben wir ja.

Red.: Ward ihr zufrieden mit dem Verlauf der Saison?

Peter: In der Winterpause hat es die Mannschaft verstanden, die Herausforderungen anzunehmen, ist zusammengerückt und hat hinter uns gestanden.

Eric: Wir sind schließlich nur mit einem Punkt am Aufstieg gescheitert und haben zwei Mal überzeugend gegen Neuendorf gewonnen.

Red.: Also zufrieden?

Peter: Ich hätte schon die Meisterschaft gegen den Pokal getauscht, aber wir können zufrieden sein.

Eric: Bestätigung für mich war, der Wille der Mannschaft noch etwas zu unternehmen, etwas draufzusetzen, dieser Wille war spürbar, was letztendlich wieder Bestätigung für das gute Miteinander war.

Red.: Wie oft seid ihr eigentlich die Woche über mit den Spielern zusammen?

Beide: Zwei Mal beim Training und ein Mal beim Spiel.

Red.: Wie ist das denn so als Trainer / Betreuer von Jugendlichen, sind es da nur fußballerische oder sportliche Fragen um die es da geht?

Beide: Wir haben viel zusammen unternommen, waren Bundesliga gucken, heute Saisonabschlussfeier, Weihnachtsfeier, Kegeln gehen, wir feiern die Geburtstage mit den Spielern.

Red.: Und da wird nur über Fußball geredet?

Beide: Quatsch, vielfach kommen die Spieler und sprechen uns auf ihre Probleme an. Wir haben ein offenes Ohr für persönliche und private Dinge. Es besteht einfach ein Vertrauensverhältnis zwischen Spieler und Trainer / Betreuer. Wir haben sehr viel Zeit in der vergangenen Saison für derartige Gespräche auf gewendet.

Red.: Erst Erfolgstrainer und jetzt wollt ihr beide aufhören?

Eric: Ich hatte das angekündigt, ich wollte das 10. Jahr noch voll machen und wollte auch einen Titel, beides ist geschafft, und das ist halt der Grund, jetzt kürzer zu treten. Ich stehe aber nach wie vor zur Verfügung, zwar nicht mehr für den Trainingsbetrieb, aber für Unterstützungen der Jugend schlechthin.

Peter: Ich habe gewaltige Zeitprobleme, meine Arbeit bei der Kriminalpolizei schränkt mich da sehr ein und Betreuung von Jugendmannschaften ist sehr zeitintensiv, nicht nur das Training, sondern auch die Zeit davor und danach. Es müssen Spieler abgeholt und wieder nach Hause gebracht werden usw. Und wenn man so etwas macht, dann muss man es richtig machen.

Red.: Danke für das Interview, viel Glück und Erfolg für die Zukunft. Machts gut ihr beiden

Beide: Danke, und jetzt wollen wir mit den Jungs noch ein bisschen feiern.

Ein strahlender Daniel Hastenteufel wird in der Nähe des Grillfeuers angetroffen. Sein freundliches und manchmal schelmisches Lächeln ermuntert die Redaktion zur Fragestellung an den Sunny-Boy.

Red.: Wie wird man eigentlich erfolgreicher A-Jugendspieler, der schon in der 1.Mannschaft eingesetzt wird?

Daniel: Disziplin spielt eine große Rolle und vor allem Spaß am Fußball, ein bisschen Talent ist sicher auch notwendig, aber vor allem Durchhaltevermögen.

Red.: Wann ist für dich ein Trainer ein guter Trainer?

Daniel: Wenn er ein gutes Mannschaftsklima herstellen kann, so dass die Kameradschaft untereinander stimmt, dann kommt der Erfolg von allein. Auf jeden Fall sollte er auch konsequent sein, aber auch Spaß mitmachen, denn man darf nicht vergessen, das alles ist ja Hobby.

Red.: Danke, Daniel, dann feiert noch schön. Und viel Glück für deine Zukunft als Fußballer in der Ersten und auch in Deinem weiteren Leben.

Daniel: Danke.

Bei unserer Fragestellung an Daniel wurde ein "Szene-Beobachter" festgestellt, der ebenfalls spitzbübisch lächelnd das Interview beobachtete. Es ist Marco Bast, Strahlemann und guter Fußballer. Auch Marco wurde befragt.

Red.: Marco, wie wird man ein erfolgreicher A-Jugendspieler?

Marco: Zuerst muss man sich in den darunter liegenden Jugenden bewähren, praktisch von der F-Jugend an aufwärts und dann ist regelmäßiges Training wichtig. Natürlich ist auch wichtig, dass man gute Trainer hat, die Fachkompetenzen aufzuweisen haben. Daneben ist Disziplin notwendig, sich in eine Gemeinschaft, also die Mannschaft einzugliedern, andere zu akzeptieren.

Red.: Was ist es denn, was dir am Fußball Spaß macht?

Marco: Die Spiele selber, das Training, aber auch die Gemeinschaft untereinander. Man trifft sich auch außerhalb vom Sportplatz, man findet Freunde und schließt Freundschaften, das ist unheimlich positiv. Und man bleibt fit. Aber die Kameradschaft ist mit das Schönste daran.

Red.: Marco, du spielst ja in der kommenden Saison in Niederfell in der ersten Mannschaft. Viel Glück dafür und auch für Deine weitere Zukunft.

Marco: Danke, es war eine wunderschöne Zeit...

Georg Naunheim, der Jugendleiter und im Bereich der Fußballjugend einfach "Mädchen für alles" ist neben vielen anderen Aufgaben im SVU-Jugendbereich auch Trainer und Betreuer einer A-Jugend, der A 2. Es gibt wohl kaum ein sportbegeistertes Kind oder Jugendlichen den Georg Naunheim nicht kennt. Möglicherweise wissen aber einige dieser Kinder / Jugendliche nicht, dass jener Jugendtrainer / -betreuer Georg Naunheim heißt, denn bekannt ist er bei Jung und Alt nur unter seinem Pseudonym "Schorsch". Natürlich wurde "Schorsch" auch von uns befragt und ebenso natürlich erklärte er sich einverstanden, wobei er schon einschränkend einlenkt, dass es da nicht viel zu sagen gebe.

Red.: Wie lange betreibst Du schon Jugendarbeit?

Georg: ca. 17 Jahre, damals war der Kalter Gerd noch dabei und ein Jahr später wurde ich dann Jugendleiter.

Red.: Warum machst Du das?

Georg: Weil es mir einfach Spaß macht.

Red.: Was macht Dir denn Spaß daran?

Georg: Einfach der Umgang mit Kindern und Jugendlichen und je jünger die noch sind, um so mehr Spaß macht das.

Red.: Wieviel Zeit investierst Du dafür in der Woche?

Georg: Etwa 8 - 10 Stunden incl. Planung und alles.

Red.: Welche Ämter / Posten hast Du im Augenblick eigentlich?

Georg: Jugendleiter beim SVU, Jugendleiter bei der JSG, Trainer der B 1 _ Jugend, Trainer der D 1- Jugend, daneben vielleicht noch das eine oder andere....

Red.: Worauf führst Du den großen Erfolg der beiden A-Jugendmannschaften zurück?

Georg: Wir haben gut zusammengearbeitet und uns gut ergänzt. Dazu kommt die langjährige gute Jugendarbeit im Verein, so dass auch gute Jugendspieler vorhanden sind.

Red.: Gibt es da ein Erfolgsgeheimnis?

Georg: Erfolgsgeheimnis, was soll ich da sagen. (lächelt) Wichtig ist ein guter und zuverlässiger Betreuer mit einem guten Draht zur Jugend, ja und das bin ich wohl (lächelt erneut).

Red.: Was ist denn wichtig für einen Jugendtrainer?

Georg: Zum einen die Altersklasse in welcher er trainiert. Er sollte etwas vom Fußball verstehen. Daneben sollte er eine klare Linie haben und konsequent sein, nicht autoritär, aber wie gesagt konsequent und Vorbild sollte er sein.

Red.: Inwiefern Vorbild?

Georg: Der Trainer ist beim Training der erste und geht als letzter aus der Kabine.

Red.: Wie lange willst Du das alles noch machen?

Georg: Den Jugendleiter nur noch ein Jahr lang, wir suchen da Bewerber aber Jugendbetreuer mache ich weiter.

Red.: Warum willst Du kein Jugendleiter mehr sein?

Georg: Nach dieser langen Zeit soll mal ein anderer ran mit neuen Ideen und so, na ja, auch der Aufwand, der ist schon extrem hoch.

Red.: Was ist Deiner Meinung nach leichter zu trainieren, eine A 1 oder eine A2?

Georg: Man kann das so nicht sagen, dass beispielsweise eine A 1 ist leichter zu trainieren ist, weil die vielleicht einen besseren Leistungsstand haben oder so. Fakt ist aber, dass die aber einfach mehr wollen. Bei der A 2 ist das Drumherum anders, es muss vielfach erst Fußballbegeisterung geschaffen werden, man muss die Leute mehr motivieren. Die Mannschaft in der letzten Saison (A 2) hat gut zusammengearbeitet.

Red.: Du bist nicht nur Trainer sondern auch gleichzeitig Betreuer der A 2, ist das ungewöhnlich?

Georg: Es ist aus der Not geboren, optimal war das nicht, man muss viele Vorbereitungen durchführen. Mit der Fahrerei, Unterstützung durch die Eltern, war es dieses Mal ok. Und mit diesen Problemen Trainer und Betreuer gleichzeitig zu sein, kann man leben, wenn man zwei A-Jugenden hat, manche Vereine haben gar keine.

Danke Schorsch, alles Gute.